NOSPACE

Dieses Projekt gehört zu den Gewinnern des Ideenwettbewerb des Mitteldeutschen Rundfunks 2020

Das Projekt geht der Frage nach, ob der pandemie-bedingte Verlust von Arbeitsräumen zur Inspiration künstlerischen Schaffens werden kann.
Aus einer Exploration im kleinsten eigenen Raum, dem Bett, entsteht eine Collage aus Worten, Bewegungen und Klang über die Suche nach dem eigenen Erleben.

Eine Zusammenarbeit mit dem Musikkollektiv linie 7 aus Leipzig. 

-Lockdown. Downgelockt. Ich schaue aus dem Fenster, das Draußen ist grau und geschlossen. Das Draußen lockt nicht mehr. Verzichten. Abstand. Risikogruppen. Warten. Nichts bewegt mich. Nichts bewegt meinen Körper. Nichts ist systemrelevant an mir. Stillstand. Frustration. Ich sehne mich nach dem Erleben. Exponentiell steigende Zahlen, steigende Ängste. Geschlossen. Kein platz. Nicht für mich, nicht für Kunst. Ich liege hier, alleine in meinem zimmer. Ich liege auf dem Bett, da ist ein Fussel und Staub. Ich verstaube auch. In mir pocht etwas, ruft. Ich will was fühlen. Ich hab keinen Platz, keinen Platz im außen, keinen im innen. Was bleibt wenn das Gewusel verschwindet? Ich bleibe. Ich liege immer noch auf dem Bett. Ich betrachte die Falten meiner Hände. Die Falten auf dem Bettlaken. Ich atme. Ich seufze. Ich bin wütend. Und es pocht. Und es ruft. Ungeduldig. Ich drücke meinen finger so tief in die Matratze bis er weiß wird. Ich will das etwas mit mir passiert. Hier an dieser Stelle hatte ich schon einen Albtraum. Ich stelle mir einen Rhytmus vor. Vielleicht ein Herzklopfen. Vielleicht mein Herzklopfen. Vielleicht so, wie wenn ich aufgeregt wäre. Was wird die Erinnerung an diesem Moment sein? Mein Unglück unbeständig wie das Glück. So gern, so gern wäre ich mir selbst genug. Fallen lassen will ich mich in diesen Augenblick, tanzen, reisen, fliegen. Ich mache die Augen zu. Ich falle. Es ist schön. Und tief. - (Mona-Bawani Mühlhausen)